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Die letzte Hilfe die man einem Drechsler leisten kann

Einfach plaudern über dies und das und jenes.......
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chrillu
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Die letzte Hilfe die man einem Drechsler leisten kann

Beitrag von chrillu »

Liebe Freunde der Drechslerei

Vor nicht all zu langer Zeit hat hier Peter Gwiasda seinen aktiven Ausstieg aus dem Drechslerleben begonnen und mit uns geteilt, sein Umgang mit dem Thema beeindruckt mich.
Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf eines Kollegen den ich schon viele Jahre begleite.
Er hat viele Tage bei mir in der Werkstatt verbracht, bei mir das Drechseln gelernt, und vor 5 Jahren seinen 80. Geburtstag in meiner Werkstatt verbracht.
Nun ist letztes Jahr seine Frau verstorben und jetzt ist er körperlich nicht mehr in der Lage in die Werkstatt zugehen von Drechseln ganz zu schweigen.
Seine Kinder (50 plus) haben kein Interesse am Drechseln, weshalb er mich gebeten hat sein Drechselwerkstatt aufzulösen.

Heute habe ich mit Hilfe meiner Frau den schweren Dienst gestartet.
Es macht mich betroffen und nachdenklich

Vor knapp 3 Jahren habe ich in der Werkstatt eine neue Stratos Fu 230 aufgebaut und heute habe ich sie wieder abgebaut, viel wurde nicht darauf gedrechselt.

Ich werde hier nach und nach die Teile einstellen und anbieten, viele Werkzeuge sind nahezu neuwertig, manche noch in der Orginalverpackung
Er war halt auch ein wenig "Jäger und Sammler",
Jäger war er auch aber das ist ein anderes Thema.

Beim Holz haben wir vereinbart dass ich es für meine Kursteilnehmer verwende nachdem ich das Wurmfutter vom brauchbaren getrennt habe.

Wie gesagt in den nächsten Tagen werde ich die Kisten aussortieren, Teile fotografieren, Werkzeuge reinigen wenn notwendig und schleifen
und dann jeweils einzeln oder in Gruppen anbieten.
Mit lieben Grüßen

Christian


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knut
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Re: Die letzte Hilfe die man einem Drechsler leisten kann

Beitrag von knut »

Lieber Christian,

... und an alle, die einem Kollegen / einer Kollegin (oder womöglich erst den Hinterbliebenen) behilflich sind, ein kleines Lebenswerk in gute Hände zu übergeben:

- für den Drechsler ist es beglückend, wenn seine Sammlung zu Lebzeiten gut versorgt wird !!!
- für Kollegen sind oft wahre Fundstücke dabei
- für Anfänger gibt es "Starter-Sets" aus Maschinen und Werkzeugen zu fairen Preisen
- für Fortgeschrittene finden sich die nächst-größeren Maschinen als Upgrade

- für den, der bei der Werkstattauflösung hilft, ist es eine Mordsarbeit und immer der Gewissenskonflikt, den "gerechten" Preis aufzurufen.

Nicht immer ist - gerade bei Maschinen - zeitlich im Moment des Angebotes der richtige Suchende zur Stelle.
Das liegt also nicht immer am Preis oder generell am mangelnden Interesse, sondern am passenden Zeitpunkt, bis "Topf und Deckel" zusammentreffen.

Deswegen meine ich, dass wir unseren Fundus im Forum untereinander zu fairen Preisen zur Verfügung stellen sollten (was nach meiner Beobachtung auch schon so läuft).

Beste Grüße
Knut


P.S. ein Negativbeispiel, das mich u.A. zu diesem Beitrag veranlasst hat:

Ein vor mehreren Jahren verstorbener, bekannter Drechsler hinterlässt hunderte vorgedrehter Objekte, Rohlinge, Holz, Werkzeuge, Maschinen.....
Seine Werke wurden zu sehr guten Preisen auch an Sammler und an Museen verkauft.

Ich war mehrere Male bei seiner Witwe und habe jeweils einen PKW-Kofferraum mit Rohlingen und Vorgedrechseltem gekauft.
Da ich gerne drechsle, aber immer noch als Hobby, war die Menge und der maximale Durchmesser der Teile dennoch überschaubar.

Ihre Preisvorstellung pro Stück habe ich für meinen Einkauf erst mal deutlich nach oben korrigiert......
(Meine Vorstellung von "einem Schnäppchen" ist nicht, die Witwe eine Drechsler-Kollegen übers Ohr zu hauen)

Dann erzählte sie mir, dass ein Interessent bei ihr aufgeschlagen ist, mit dem Ansinnen, Einiges zu übernehmen.
Als er eine Lieferwagenladung plus Anhänger mit Holz verladen hatte (die vorgedrehten, rissfreien Schalen aus interessanten Hölzern waren zwischen 35 und 100 cm im Durchmesser.....), dazu Vasen, Teller, Kreisel, Objekte ..... und sie 5-10 € pro Stück Rohling angesetzt hatte, meinte der "Kollege" heftig (!!), er hätte ja eine weite Anreise gehabt und könne daher nicht "so viel" zahlen.

Wie oben geschrieben, ist das hoffentlich eine Ausnahme, die mich aber sehr nachhaltig beeindruckt hat und bis heute bedrückt.


Ich sollte inzwischen auch eher meinen Bestand abbauen / verarbeiten, als unterwegs anzuhalten, wenn ein Holzstapel auftaucht (heute im Ex-Gartenschaugelände ein Buchen-Polter und in der Nähe geschätzte 20 gefällte Eschen......).

Aber ich bin ja noch aktiv.
Deshalb beobachte ich die Angebote im Forum nur und beiße mir auf die Finger, um bei angebotenen Maschinen nicht "bin interessiert" zu tippen.

Nochmals viele Grüße
Knut
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