Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Einfach plaudern über dies und das und jenes.......
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PaRay
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Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von PaRay » Donnerstag 27. August 2020, 22:08

Bin ich hier richtig in der Plauderecke? oO

Hallo zusammen,
vielleicht interessiert sich außer mir noch jemand anderes dafür, ob man im Vakuum die Durchdringung von Eiche mit einer Räucherlösung noch verstärken kann. Hier sind die Ergebnisse meines Testes.

Aus Stahlwolle Typ „00“ und Essigessenz unverdünnt habe ich die Räucher-Lösung zubereitet.
Die Holzproben sind Stücke eines uralten Sauerkrautfaßes.

Getestet habe ich, wie stark die Räucherlösung in das Holz unter Vakuum eindringt. Dazu habe ich die Holzstücke 24 Stunden bei 0,8 bar, halbhoch, in der Räucher-Lösung stehen lassen. Anschließend verblieben sie noch einmal so lange in der Lösung ohne Vakuum. Dann habe ich sie abgespült, getrocknet und aufgesägt.

In der linken, senkrechten Reihe ist das Referenzstück, massive Fassdaube.
In der mittleren, senkrechten Reihe ist eine stark gestockte Fassdaube.
In der rechten senkrechten Reihe eine massive Fassdaube, deren Außenseite ich abgesägt habe.

1. Reihe waagerecht, die Außenseiten der Fassdauben
Bei der Mittleren gestockten ist kaum eine Veränderung zu sehen, gegenüber dem Referenzstück. Bei dem rechten Stück sieht man, dass die Lösung über die Mitte hinaus das Holz geschwärzt hat. Offensichtlich ist die Feuchtigkeit noch weiter hoch gestiegen, jedoch ohne den Transport der Eisenpartikel.

2. Reihe waagerecht, die Innenseiten der Fassdauben
Während die Mittlere nur eine leichte Verfärbung hat, sieht man es auf der Rechte Probe schon etwas deutlicher.

3. Reihe waagerecht, die Unterseite der Proben
Hier ist die Verfärbung am deutlichsten. Mittig sehr unregelmäßig aufgrund des gestockten Holzes. Rechts fast durchgängig bis auf die 2 unteren Ecken, was auf eine leichte Stockung schließen lässt, vermute ich.

4. Reihe waagerecht, die aufgesägten Fassdauben
Die große Überraschung! Während die Lösung nur sehr wenig in das massive, intakte Holz der rechten Probe eingedrungen ist, kann man mittig sehr schön sehen, dass die Daube im Innern verrottet, zu den Seiten hin aber noch intakt ist

Dass sich die Außen- und Innenseite der Dauben nur unwesentlich verfärbt hat, führe ich darauf zurück, dass sich im Lauf der Jahre eine schützende Patina auf das Holz gelegt hat.

Fazit: Ein Durch-Räuchern mit der Lösung ist im Vakuum nicht möglich. Interessant ist jedoch die Sichtbarmachung vom Ausmaß des Schadenbefalls.
Eine Stabilisierung des Schadholzes könnte zu interessanten Ergebnissen führen. Doch das teste ich ein anderes Mal.

Beste Grüße
Paul
Durchdringung Vac 1.jpg
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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von Josch » Freitag 28. August 2020, 06:26

Moin Paul,
du hast deinen Versuch fleißig dokumentiert und verteilt. :daf?r: :danke:
Allerdings hast du nach meiner Auffassung nicht geräuchert, sondern gebeizt. Räuchern mache ich mit Salmiak oder Ammoniak.
Das wäre aber auch noch mal interessant , ob es da Veränderungen gibt.
Wäre nicht eine Druckkammer für mehr Eindringtiefe sinnvoller?
Grüße vom Feierabenddrechsler Joachim

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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von oberlausitzer » Freitag 28. August 2020, 06:53

Guten Morgen Paul,

Du hast ein mich sehr interessierendes Thema angeschnitten.

Unter Räuchern verstehe ich auch die Einwirkung von Ammoniakdämpfen auf die Hölzer.
Das Ganze in der Druckkammer zu verwenden, habe ich bisher nicht versucht, sollte hier
jemand Erfahrungen haben, wäre ich sehr an den Ergebnissen interessiert


Grüße aus Bautzen
Andreas

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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von PaRay » Freitag 28. August 2020, 08:11

Lieber Joachim, lieber Andreas

der Test mit Ammoniak in der Druckkammer läuft gerade!
Ich habe typische Hölzer, wie Eiche, Rüster, Mammutbaum usw. genommen, aber auch atypische wie Goldregen, Essigbaum, Nuss, Kirsche usw.
Parallel impfe ich Hölzer mit wenig oder gar keiner Gerbsäure in meiner Vakuumkammer im Gerbsäurebad, um sie danach zu räuchern, wenn die Druckkammer wieder frei ist.

Den Begriff Räuchern lese ich oft, wenn die Essiglösung im Spiel ist. Das Wort "Beizen" finde ich hier aber treffender, danke Joachim! Der Begriff hatte mir gefehlt, als ich den Bericht geschrieben habe.

Jetzt brauche ich noch eine griffige Bezeichnung für die Stahlwolle- / Essigessenz-Lösung. Vorschläge?

Liebe Grüße
Paul
Räuchern (1).JPG
Räuchern (2).JPG
Räuchern (3).JPG
Räuchern (4).JPG
P.S. die Zahlen bei den Holznamen entsprechen Punzierungen auf den Hölzern, damit ich sie nach dem Räuchern noch zweifelsfrei zuordnen kann.
Nicht auf den Fotos sind: Eiche, fest, Langholz #1 / Birne #2 / Eiche, gestockt, Langholz #6 / Eiche, fest, Querholz #11
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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von maserknollen » Freitag 28. August 2020, 17:33

Paul, was hälst du von:
" FERRESSIGUNG"

Gruß aus der Wersestadt
In deiner Hand, oh Drechselmann , fängt nochmals die Schöpfung an.
Gruß Ludger

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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von Josch » Freitag 28. August 2020, 18:03

:.: ich bin für Sauerholz...
Grüße vom Feierabenddrechsler Joachim

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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von Didi Holzwurm » Freitag 28. August 2020, 19:12

Servus Paul

Hab auch schon mal mit verschieden Hölzer Experimentiert . Bin schon auf dein Resultat gespannt. :-)

"Brüniert" wäre mein Vorschlag.(Essig-Stahl-beize)

Liebe Grüße Didi

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Re: Durchdringung von Räucherlösung im Vakuum

Beitrag von Woifä » Sonntag 6. September 2020, 07:42

Geringer Effekt:
Vakuum: Luftleerer oder Gasleerer Raum. O.K. wenn das Vakuum nicht 100%ig ist, bleibt halt noch ein geringer Gasanteil übrig, jedenfalls deutlic h weniger als bei normalem Druck, damit dürfte auch der erhoffte Effekt geriner ausfallen als bei Normaldruck. Es könnte auch sein, dass die Beize bereits bei Raumtemperatur zu sieden beginnt, der dann entstehende Dampf wird durch die Pumpe schnell entfernt.
Vakumtränken(bei google zu finden) kenne ich nur aus der Elektrotechnik: Dabei werden Wicklungen von Motoren oder Transformatoren mit Lack getränkt.
Wolfgang

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