Septembertreffen bei den Pfälzern
Verfasst: Donnerstag 24. September 2026, 18:16
Schalenholzrohling mit einfachen Mitteln vorbereitet und sicher gespannt – Pfälzer Septembertreffen
Wunderschönes Wetter, die großen Rolltore der Schreinerei Kolb standen weit offen – die Situation war wie gemacht für einen interessanten Drechselabend. Thomas Schwarz traute sich dankenswerterweise
mal wieder und übernahm die Impulsgebung für die bevorstehenden Arbeiten: „Mit einfachsten Mitteln einen Stammabschnitt fürs Schalendrechseln vorbereiten – stellt Euch vor wir haben keine Motorsäge und keine Bandsäge … auch sonst möchten wir mit einfachen Mitteln vorgehen!“
Die 3 Drechselbänke waren aufgebaut, 3 gespaltene Halbstammstücke aus getrockneter Eiche waren vorhanden. Zwei Drechselfreunde, die noch nicht so lange dabei sind, haben sich vorgewagt und bekamen jeweils einen erfahreneren Drechselfreund an die Seite.
Soweit war alles klar. Jetzt wurde die Spanntechnik von allen diskutiert … aha … jetzt wurde es schon lauter und sehr lebendig!
… Zwischenruf: „Gesichtsschild benutzen, wegen der fliegenden Borke!“ … kein Problem … Einigkeit!!
1. Variante: Okay, das Stammstück wurde mit der Axt gespalten, das Halbstammstück sollte zwischen die Spitzen …. Und schon hatten wir das erste Problem: die gespaltene Fläche war so uneben, dass der Mitnehmer nicht mit allen Zacken griff (
gefährlich!). Also musste mit dem Stemmeisen geglättet werden. Auf der Außenseite mit der Borke mussten wir ebenfalls Rinde wegstemmen, da die Reitstockspitze sonst nicht fest genug gegriffen hätte.
Jetzt waren wir zufrieden!
2. Variante: Bei dem gespaltenen Holzstück wurde auf der Stamminnenseite mit einem Forstnerbohrer eine kleiner Rezess hergestellt um ihn aufs Vierbackenfutter nehmen zu können ….. große Augen bei vielen: der Rezess war doch recht klein und die auftretenden Fliehkräfte bei der anfänglichen Unwucht würden eventuell zu stark sein. Zudem konnte man nicht sicher sein, dass die Backen am Bohrlochende sauber anliegen würden, was logischerweise die Haltefähigkeit bei diesem spreizenden Spannen absolut bestimmt (
Gefahr nicht auszuschließen!). Mit der zusätzlich eingesetzten Reitstockspitze waren dann doch die meisten zufrieden.
3. Variante: Das Stück sollte mit der gespaltenen Seite auf eine Planscheibe bugsiert werden: Wie bereits gesagt, die Spaltfläche war sehr uneben, dadurch stand die Planscheibe wie „Schippe7“ in der Holzfläche. Zwei Haltepunkte der Scheibe lagen auf dem Holz kraftschlüssig auf – der Rest der Scheibe hatte einen deutlichen Abstand zum Holz und die Schrauben hatten an diesen Stellen zwangsläufig keine genügende Haltekraft (
gefährlich!). Sauberes Stemmen mit dem Stechbeitel schuf eine genügend glatte Fläche zum Aufschrauben der Planscheibe … Zufriedenheit bei den Zuschauern und bei den agierenden Drechslern!
Zapfen und Schalenkörper sitzen kraftschlüssig im Vierbackenfutter Die Körnerspitze wird so lange aufgesetzt wie möglich. Erst wenn sie stört wird fliegend gedrechselt! Beim weiteren Verlauf der Drechselarbeiten stellte sich heraus, dass die Eichenstammabschnitte beim Trocknen sehr rissig geworden waren: Das lieferte den nächsten Diskurs über Gefahren beim Drechseln von tief eingerissenem Holz! Einigkeit herrsche bei der unbedingten Benutzung des Gesichtsschildes. Und wirklich, Thomas Kaltz und ich mussten das Ausdrechseln unserer kleinen Schale abbrechen. Tiefe, teils fast komplett durch das Stück reichende Risse hätten das Werkstück zerbersten lassen können … nix für vorausschauende Drechsler!!
Schließlich gaben wir uns an den drei Drechselbänken zufrieden mit nicht zu Ende geführten Drechselarbeiten. Das Holz gab es einfach nicht her, zu Ende gedrechselt werden zu können! (
Ist ja manchmal vielleicht auch eine weise Entscheidung!)
Eine gute Erfahrung, sich zusammen an so einem Holzstück und einer solchen Aufgabe auszuprobieren! Die lebendigen Wortwechsel zeigten den fruchtbaren Moment des Abends!
Schöne Herbstzeit!
Jürgen Joos
Die 3 Drechselbänke waren aufgebaut, 3 gespaltene Halbstammstücke aus getrockneter Eiche waren vorhanden. Zwei Drechselfreunde, die noch nicht so lange dabei sind, haben sich vorgewagt und bekamen jeweils einen erfahreneren Drechselfreund an die Seite.
Soweit war alles klar. Jetzt wurde die Spanntechnik von allen diskutiert … aha … jetzt wurde es schon lauter und sehr lebendig!
… Zwischenruf: „Gesichtsschild benutzen, wegen der fliegenden Borke!“ … kein Problem … Einigkeit!!
1. Variante: Okay, das Stammstück wurde mit der Axt gespalten, das Halbstammstück sollte zwischen die Spitzen …. Und schon hatten wir das erste Problem: die gespaltene Fläche war so uneben, dass der Mitnehmer nicht mit allen Zacken griff (
2. Variante: Bei dem gespaltenen Holzstück wurde auf der Stamminnenseite mit einem Forstnerbohrer eine kleiner Rezess hergestellt um ihn aufs Vierbackenfutter nehmen zu können ….. große Augen bei vielen: der Rezess war doch recht klein und die auftretenden Fliehkräfte bei der anfänglichen Unwucht würden eventuell zu stark sein. Zudem konnte man nicht sicher sein, dass die Backen am Bohrlochende sauber anliegen würden, was logischerweise die Haltefähigkeit bei diesem spreizenden Spannen absolut bestimmt (
3. Variante: Das Stück sollte mit der gespaltenen Seite auf eine Planscheibe bugsiert werden: Wie bereits gesagt, die Spaltfläche war sehr uneben, dadurch stand die Planscheibe wie „Schippe7“ in der Holzfläche. Zwei Haltepunkte der Scheibe lagen auf dem Holz kraftschlüssig auf – der Rest der Scheibe hatte einen deutlichen Abstand zum Holz und die Schrauben hatten an diesen Stellen zwangsläufig keine genügende Haltekraft (
Zapfen und Schalenkörper sitzen kraftschlüssig im Vierbackenfutter Die Körnerspitze wird so lange aufgesetzt wie möglich. Erst wenn sie stört wird fliegend gedrechselt! Beim weiteren Verlauf der Drechselarbeiten stellte sich heraus, dass die Eichenstammabschnitte beim Trocknen sehr rissig geworden waren: Das lieferte den nächsten Diskurs über Gefahren beim Drechseln von tief eingerissenem Holz! Einigkeit herrsche bei der unbedingten Benutzung des Gesichtsschildes. Und wirklich, Thomas Kaltz und ich mussten das Ausdrechseln unserer kleinen Schale abbrechen. Tiefe, teils fast komplett durch das Stück reichende Risse hätten das Werkstück zerbersten lassen können … nix für vorausschauende Drechsler!!
Schließlich gaben wir uns an den drei Drechselbänken zufrieden mit nicht zu Ende geführten Drechselarbeiten. Das Holz gab es einfach nicht her, zu Ende gedrechselt werden zu können! (
Eine gute Erfahrung, sich zusammen an so einem Holzstück und einer solchen Aufgabe auszuprobieren! Die lebendigen Wortwechsel zeigten den fruchtbaren Moment des Abends!
Schöne Herbstzeit!
Jürgen Joos