Diskusvase – Junitreffen des Pfälzer Drechsler Clubs
Verfasst: Donnerstag 11. Juni 2026, 04:39
Diskusvase … Linsenvase …. Sportgerät oder Hülsenfrucht – egal welchen Bezug man hernimmt, um diese ästhetisch anmutende Soliflor-Vase zu beschreiben – es ist ein schönes Stück und macht in jedem Fall was her!
Bernd Schneider war mal wieder der Anleiter des Abends. Er hat in den letzten Wochen ausreichend Erfahrung gesammelt mit diesem Werkstück. Insbesondere sind die vier verschiedenen Spanntechniken das zentrale Element bei der Herstellung. Hinzu kommen die Bohrung für die Glas- oder Plastikvase, die im Holzkörper zur Aufbewahrung der Blume eingesetzt wird. Zentral wichtig sind bei der Formgebung die perfekt gerundeten Außenseiten der Linse/des Diskus‘.
Bernd hat die neuralgischen Punkte der Arbeit anschaulich beschrieben und den Ablauf der Arbeitsschritte anhand von mitgebrachten Werkstücken, bei denen man die verschiedenen Arbeitsstadien erkennen konnte, begreiflich gemacht. Insbesondere, so Bernd, muss man sich vor dem Einspannen um die spätere Standfläche kümmern, die man am besten auf der Kreissäge mit einem sauberen Schnitt genau winklig zum Holzkörper herstellt.
Schön aufgeräumt – Bernds Arbeitstisch zur Demonstration der Anreißarbeiten. Auch die exakt zentrische Fixierung des Hilfszapfens wurde vorgemacht.
Erste Spanntechnik: Mit der Reitstockspitze im Zentrum des Hilfszapfens wird das Holz gegen das Vierbackenfutter gedrückt. So kann man den grob auf der Bandsäge zugeschnittenen Rohling bis zum Anriss perfekt runddrechseln. Allerdings hat unser „Diskus“ da schon einen Plattfuß (…Bandsägeschnitt s.o.), auf dem die Vase später stehen wird.
Zweite Spanntechnik: Backenfutter mit z w e i Spannbacken – Holzrohling mit der Fußseite der Vase zentrisch einspannen.
Propellerartig rotiert der Rohling vor der Schalenröhre … beeindruckend und Vorsicht ist geboten. Jetzt wird die Bohrung, in der zentrisch der Vaseneinsatz sitzen wird, vorgebohrt.
H A L T -erst runddrehen ! (Mit der Reitstockspitze aufs Vierbackenfutter drücken!)
Anschließend … Reitstockspitze auf das hergestellte Bohrloch … konkaver Bogen nach Anriss drechseln bis nahe an die Bohrung … mit Vorsicht und mit Gesichtsschild (!), letzten Rest mit feinen Schnitten bei fliegendem Drechseln (ohne Reitstockspitze) abnehmen! Anschließend verschleifen.
Dritte Spanntechnik: Das Vierbackenfutter nimmt jetzt den Hilfszapfen auf und die erste Außenseite wird mit einem perfekten Schwung gerundet. Anschließend verschleifen, dann erstes Ölen/Wachsen.
Vierte Spanntechnik: Die Reitstockspitze nimmt das Zentrum des Hilfszapfens und drückt das Werkstück in die Einwölbung einer vorbereiteten Planscheibe. Ein Gummipad verhindert Druckstellen und Beschädigungen auf der bereits fertiggestellten Außenseite. So weit, wie es sicher möglich ist, wird die Diskusform hergestellt. Direkt Schliff/Feinschliff bis an das stehengebliebene Mittelstück. Der letzte Rest des Hilfszapfens, den man stehen lassen musste, wird weggestemmt und verschliffen.
Bernd, Du hast einen Top-Job abgeliefert: ruhig, konzentriert, absolut verständlich erklärt und immer freundlich und hilfsbereit. Vielen Dank für Dein Engagement!
Am Ende waren es vier Diskusvasen, die das Licht der Welt erblickt hatten.
Jedes Monatstreffen bedeutet „wieder ein Schrittchen nach vorne“, und das geht nur, wenn wir uns gute Projekte/Techniken vorknöpfen, gute Vorführungen erleben und wenn vor allen Dingen immer wieder Drechselfreunde an unseren Abenden aktiv mitdrechseln!
Gruß an alle, Jürgen
Bernd Schneider war mal wieder der Anleiter des Abends. Er hat in den letzten Wochen ausreichend Erfahrung gesammelt mit diesem Werkstück. Insbesondere sind die vier verschiedenen Spanntechniken das zentrale Element bei der Herstellung. Hinzu kommen die Bohrung für die Glas- oder Plastikvase, die im Holzkörper zur Aufbewahrung der Blume eingesetzt wird. Zentral wichtig sind bei der Formgebung die perfekt gerundeten Außenseiten der Linse/des Diskus‘.
Propellerartig rotiert der Rohling vor der Schalenröhre … beeindruckend und Vorsicht ist geboten. Jetzt wird die Bohrung, in der zentrisch der Vaseneinsatz sitzen wird, vorgebohrt.
H A L T -erst runddrehen ! (Mit der Reitstockspitze aufs Vierbackenfutter drücken!)
Anschließend … Reitstockspitze auf das hergestellte Bohrloch … konkaver Bogen nach Anriss drechseln bis nahe an die Bohrung … mit Vorsicht und mit Gesichtsschild (!), letzten Rest mit feinen Schnitten bei fliegendem Drechseln (ohne Reitstockspitze) abnehmen! Anschließend verschleifen.
Am Ende waren es vier Diskusvasen, die das Licht der Welt erblickt hatten.
Jedes Monatstreffen bedeutet „wieder ein Schrittchen nach vorne“, und das geht nur, wenn wir uns gute Projekte/Techniken vorknöpfen, gute Vorführungen erleben und wenn vor allen Dingen immer wieder Drechselfreunde an unseren Abenden aktiv mitdrechseln!
Gruß an alle, Jürgen