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Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Montag 19. Januar 2026, 21:37
von Valli
Hallo zusammen,
ich melde mich nach längerer Funkstille mal wieder zurück. Die Zeit war nicht weg, sie steckte nur in Spänen. Viele Späne. Wie bei euch vermutlich auch.
Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir dachte:
Verbrennen kann jeder. Wegwerfen auch. Aber was, wenn man Späne mal ernst nimmt?Das Grundrezept
Zutat 1: trockene Drechselspäne, fein bis mittel
Zutat 2: Wasser bis „handfeucht, aber nicht suppig“
Zutat 3: eine kleine Prise Nährstoffe
Zutat 4: eine Starterkultur
Topf: Beutel oder Eimer
Garzeit: ein paar Wochen im Dunkeln
Ergebnis: wächst. Definitiv.
Bis hierhin klingt das wie der Anfang eines schlechten Gartenratgebers.
Jetzt die Auflösung:[attachment=3]IMG-20260116-WA0005.jpeg[/attachment]
Worum es wirklich geht
Ich nutze Drechselspäne aktuell gezielt für Pilzzucht.
Ohne Labor, ohne Raumanzug, mit überschaubarem Aufwand. Und ja, das funktioniert überraschend gut.
Geeignete Pilze (praxisbewährt)[attachment=2]20260116_200658.jpg[/attachment][attachment=2]20260116_200658.jpg[/attachment][attachment=0]IMG-20250907-WA0013.jpg[/attachment]
Austernseitlinge – extrem robust, verzeihen fast alles
Kräuterseitlinge – etwas anspruchsvoller, aber gut kontrollierbar
Igelstachelbart (Hericium) – langsam, aber edel
Shiitake – funktioniert, braucht aber Geduld und saubere Arbeit
Geeignete Holzarten aus der Drechslerei
Sehr gut geeignet (Laubholz):
Buche
Eiche
Birke
Ahorn
Obstholz (Apfel, Kirsche, Birne)
Eher ungeeignet:
Nadelholz (Harz, ätherische Öle, schlechte Laune bei Pilzen)
stark behandeltes oder altes, unbekanntes Holz
Späneform
Fein bis mittel funktioniert am besten
Grobe Späne gern untermischen
Staub eher sparsam einsetzen
Ich experimentiere aktuell noch mit:
kleinen Nährstoffzugaben (Kleie, Kaffeesatz, Getreidebruch)
unterschiedlichen Spänemischungen
möglichst unsterilen, alltagstauglichen Methoden
Mich würde interessieren:
Welche Holzarten fallen bei euch massenhaft an?
Hat jemand schon mal mit Spänen mehr gemacht als nur Feuer?
Interesse an einer Schritt-für-Schritt-Version des Rezepts?
Wenn nichts anderes, dann ist das hier zumindest ein Beweis,
dass Späne ein zweites Leben haben können. Und zwar eines, das man essen kann.
Viele Grüße
Michael

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Montag 19. Januar 2026, 21:40
von Valli
Muss doch mal wieder Üben mit den Beiträgen %b

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Montag 19. Januar 2026, 22:47
von Holzulli
Hallo Michael,

deine Späneverwertung ist aber eine echt leckere Sache! Was hast du denn da für Pilze geerntet?
Liebe Grüße Uwe

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 04:59
von Valli
Das sind auf dem Foto Kräuterseitlinge
Kosten bei uns im Supermarkt 26 Euro das kg das krieg ich jetzt zu einem Drittel hin vom Preis :prost:

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 09:30
von Rainer C.
Sehr interessant, Danke für die Anregung!
Kannst du mal etwas zur Temperatur und der nötigen Luftfeuchtigkeit
( nur kurz) schreiben?
Und was meinst du mit Späne fein bis mittel? Ich sehe auf deinem Bild auch Hobelspäne.
Ist das schon am Rande zu „zu groß“?
Hab da auch ab und zu etwas Späne ohne kulinarische Verwendung… :-D
Interessierte Grüße
Rainer

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 12:08
von Drechsler
Hallo Michael ,
sehr interessanter Beitrag !
:danke:
Grüße
Andreas

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 22:35
von Valli
So geht weiter
Will dam mal die Frage beantworten

Fange ader so an wie inzwischen so anstelle.
1. Die Späne
Ja ich auch Hobel Späne die schon dünn und gut für die Pilzzucht geeignet so wie die meisten Drechselspäne auch .
Zu kein ist Sägemehl wie bei der Bandsäge oder feiner wird beim verarbeiten zu Brei.

Zu groß sind so grobe Hakschissel da dauert es zulegen das Wasser auf zu saugen .

2. Feuchtigkeit
Erstmal bekommen die Späne die richtige Feuchtigkeit .
Von 60-65 Prozent .Das mache ich so , der größte Topf der bei uns in den Backofen passt voll mit Spänen packen nicht stampfen . Dann 2 Stunden bei ca 120 bis 140 Grad . Im Holz geht die restliche Feuchtigkeit raus und wenn alles gut läuft auch alle nicht gewollten Schimmel Sporen und was da sonst noch so rumhängt.
Bei meinem Topf sind das dann so 700 g bis 900 g trockene Drechselspäne. Jetzt muss man rechnen das auf die richtige Feuchtigkeit kommt bei 700. G ca 1.1 bis 1.3 Liter Wasser . Das Wasser zum Kochen bringen auf die Späne Gießen. Alles abkühlen lassen an besten über Nacht. Dann werden die Späne mit der Pilzbrut vermischt und in Zuchtbeutel verpackt.

3. Temperatur
Die Beutel kommen dann bei uns in den alte Kinderzimmer in ein Schublade so bei 18 bis 20 Grad . Brauchen kein Licht und keine Pflege für ca 14 Tag

4 .Luftfeuchtigkeit

Nach den 14 Tagen sollte der Pilze die Späne weiß ummantelt haben dann ist alles gut . Dann werden die Tüten auf geschnitten und kommen in Keller schöne 12 bis 15 Grad ein bisschen Licht von Keller Fenster aber keine Sonne . Dort steht dann der Pilzeblock in einer großen Plastikbox und denkt es wäre Herbst und jetzt noch ein bis 2 Mal am Tag mit Wasser besprühen das in der Box 80 -90 % Luftfeuchtigkeit herrschen.

Dann sollten die Pilze sprießen.

Ich hoffe konnte Reiners Fragen beantworten

Herzliche Grüße
Michael

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2026, 11:09
von Rainer C.
Danke für deine umfangreiche Ausführung,
das hat für Licht in die Pilzzucht im Dunklen :-D gesorgt. :daf?r: :danke:

So kann ich absehen, ob das für mich machbar ist.

Runde Grüße
Rainer

Re: Späne Verwertung 2.0

Verfasst: Donnerstag 22. Januar 2026, 08:18
von Eisenfinger03
Hallo

Ich fand deinen Beitrag - im Gegensatz zu deinen Pilzen - sehr erhellend.

Vielen Dank dafür. Ich bin immo sehr geneigt, dass mal auszuprobieren!


mit dankbaren Grüßen
Dietmar