ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Antworten
huefner

ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von huefner » Mittwoch 19. November 2014, 16:17

Hallo,

über das Schärfen der Drechseleisen wurde ja schon viel geschrieben.
Anfangs habe ich mir eine gebrauchte Tormek zum Naßschärfen gekauft, das rumplanschen mit dem Wasser war mir aber umständlich.
Da meine alte Drechselbank von Wabeco nicht unbedingt zum drechseln benötigt wird habe ich mir dafür entsprechende Zusatzteile gekauft.
Einen Adapter zur Aufnahme der Edelkoruntscheibe und einen Dorn mit gerader flacher Handauflage.
In die Stahlplatte habe ich 2 Löcher gebort und da die Halterung für die Schleifhilfe der Tormek aufgeschraubt.

So kann ich jeder Zeit wenn ich drechsle und das Drechseleisen wird stumpf sofort nachschärfen.
Der Vorteil :
Der Edelkorundstein nutzt sich nicht so schnell ab
Ich kann sofort meine Eisen nachschärfen
Und muss nicht mit dem Wasser rumplanschen
Das Schärfbild der Eisen ist auch feiner und sauberer.
Mit der Wabeco kann ich die Geschwindigkeit stufenlos einstellen, abe rauch jeder Zeit wieder damit drechseln.

Meine Vorrichtung:
comp_DSCF0034.jpg
comp_DSCF0035.jpg
comp_DSCF0036.jpg
comp_DSCF0037.jpg
Tschö mit ö Reinhardt
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
BlueWood
Beiträge: 794
Registriert: Dienstag 19. Februar 2013, 08:52
Name: **
Drechselbank: ***
Wohnort: *

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von BlueWood » Mittwoch 19. November 2014, 16:45

Hallo Reinhardt,

tolle Lösung, zum schnellen mal eben scharf machen der Eisen hast Du da gezeigt, sehr schön, wobei man den Platz und die Zusatzdrechselbank, natürlich auch erst mal haben muss. :.: :prost:

Bei wie viel Umdrehungen schärfst Du mit dieser Scheibe und was für eine Körnung hat sie?
Denn das mit dem feinerem und saubereren Schärfbild der Eisen kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
Mit freundlichem Gruß
Matthias ..... but you can call me Blue Bild

jockel
Beiträge: 425
Registriert: Donnerstag 1. November 2007, 20:27
Name: Jockel
Drechselbank: HEYLIGENSTAEDT
Wohnort: Brensbach
Kontaktdaten:

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von jockel » Mittwoch 19. November 2014, 17:22

Hi
Ein weiterer Vorteil ist das du die Rentenkasse nicht so lange belastet.
Denn ohne Abdeckung haut es die Brocken der Scheibe, so sie sich denn in solche auflöst, direkt durch den Kopf, das geht schnell und soll gar nicht mal so weh tuhen. Nur doof wenn sie nur im Bauchraum stecken bleiben - dann haste noch ein bissel länger was davon.

Gruß Jockel

huefner

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von huefner » Mittwoch 19. November 2014, 17:35

Rückantwort,

@ Jockel, das ist kein Problem mit der Schleifscheibe, ich hab ein meinem Berufsleben unter anderem in der Spanplatte in wesentlich gefährlicheren Bereichen gearbeitet.
Brand der Düsenrohrtrockner oder eine Staubexplosion durch die Imeas Schleichmaschinen. Die Druckwelle mit Feuer ging durch die $00 m lange Rohrleitung bis zum Zyklon der dann zerrissen wurde.
Der Zyklon war 15 m hoch und gute 5 m im Durchmesser.

So nun zum schärfen, die Drehzahl bewegt sich bei etwa 350 bis 400 Umdrehungen, also recht langsam so dass da sicher mir die Scheibe nicht um die Ohren fliegt.

@ Matthias,die Drehzahl/Umdrehung habe ich genannt, die Edelkorundscheibe ist eine 200 x 40 mm K 60.
Die habe ich bei Klaus W. Matthies für 31,51 € gekauft.
Die Drechselbank hatte ich mir 1994 gekauft und etwas gekürzt, die Spitzenweite war mal 1200.
Die ist so zusagen schon abgeschrieben und ein Schleifbock als Langsamläufer kostet ja auch gute 300 Okken. oder mehr.

Tschö mit ö Reinhardt

Benutzeravatar
Fritz-RS
Beiträge: 2254
Registriert: Samstag 7. Juni 2008, 22:45
Name: FRitz
Zur Person: Fritz ist 2016 verstorben.
Drechselbank: Kreher HDB1e
Wohnort: Remscheid

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von Fritz-RS » Mittwoch 19. November 2014, 18:12

Reinhardt,

Ich schleife trocken, aber Wasser brauche ich trotzdem zum Zwischenkühlen.
Mein Schleifbock macht 2800 RpM.
Ich hatte ihn versuchsweise mit einem FU auf 1400 herabgeregelt, aber das hat nichts gebracht. Es ist eine Sache des Andrucks, der seltsamerweise bei 1400 stärker wird.

Ich kannte im Ort einen Schreibmaschinenmechaniker, dem ein Stück Schädel über dem Auge durch ein Stück Schleifstein ersetzt wurde. Andere hätten vllt. weniger "Glück" gehabt.

Von so breiten Schleifsteinen halte ich garnichts.
Auch, wenn ich den Stein möglichst gleichmäßig belaste, eine Rille gibts immer wieder. Bei einem so breiten Stein habe ich dann umso mehr wieder abzurichten.

Gruß Fritz

Benutzeravatar
Drechselfieber
Admin
Beiträge: 8799
Registriert: Donnerstag 29. September 2011, 10:33
Drechselbank: Geiger G25
Wohnort: Hamm

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von Drechselfieber » Mittwoch 19. November 2014, 19:32

Danke Jockel,

nicht jede Eigenkonstruktion würde eine Begutachtung durch die Berufsgenossenschaft (wenn sie denn zuständig ist) überstehen.

Ich habe zwar nie in einem Spanplattenwerk gearbeitet, aber eines habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn jemand Sicherheitsbedenken anmeldet, höre ich gut zu, informiere mich und handle.

Deshalb meine Bitte an dich.
Wenn es möglich ist, dann stelle doch mal Bilder von einer sicheren Lösung mit einer kurzen Begründung ein.
Das hilft mir sicher zu arbeiten und vielleicht anderen auch.

Ein Hinweis an alle, die versuchen die Lösung von Reinhardt anzuwenden:
Bitte vorher über möglichen Risiken informieren.
Gruss Hartmut

Nimmst du jemand mit auf deinen Weg, schau nicht auf den Reiter, sondern auf sein Pferd. Wenn dich der Reiter verlässt, kannst du das Pferd noch gebrauchen. (Buschläuferweisheit/Alaska)

Benutzeravatar
remus
Beiträge: 113
Registriert: Sonntag 23. März 2014, 11:19
Name: Rolf Reichhardt
Drechselbank: Ulbricht IV, Coronet
Wohnort: Bad Belzig

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von remus » Mittwoch 19. November 2014, 20:45

Hallo Freunde scharfer Eisen,
was spricht eigentlich gegen OptiGrind-Scheiben?
die läuft bei mir auf einem RSBG6 (~35 €) mit ~2800 Umdr.,heute mit der Wolverine-Technik komplettiert,
bis jetzt habe ich noch nichts Nachteiliges feststellen können,wahrscheinlich kommt auf die andere Seite auch noch solche Scheibe

Viele Grüße aus dem Fläming,
Rolf
"Wer glaubt Frauen zu verstehen, kann auch Holz schweißen"

huefner

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von huefner » Mittwoch 19. November 2014, 21:26

Hallo,

ich möchte die berechtigten Hinweise von Jockel nicht in das Lächerliche verschieben und nehme auch solche Hinweise sehr ernst und jeder sollte diese Hinweise bei seinen Bastelarbeiten beherzigen.
Wenn ich diese EK Scheibe mit 3000 UpM) betreiben würde dann sicher mit den notwendigen Schutz. Aber wenn ich drechsle habe ich teilweise Drehzahlen von wesentlich höheren Geschwindigkeiten und so eine Schutzhaube ist auch kein Schutz. Siehe den Unfall von M. Schumacher.

@ Hartmut, das Spanplattenwerk in Beeskow hätte in diesem Jahr sein 50 jähriges Bestehen feiern können, denn 1964 war die Grundsteinlegung.
Ich habe in diesem Werk etwa 14 Jahre gearbeitet und in den 50 jahren gab es nur 2 tödliche Unfälle.
Eine LKW Ladung ist innerhalb von wenigen Minuten zerhackschnitzelt und täglich werden dort 2.500 rm verarbeitet.
Wenn da jemand in diese Rinne fallenwürde in der die Baumstämme transporttiert werden wären nicht mal die Hackschnitzel rot gefärbt.
Aber die Sicherheitseinrichtungen haben den höchsten Standart.

Reinhardt

jockel
Beiträge: 425
Registriert: Donnerstag 1. November 2007, 20:27
Name: Jockel
Drechselbank: HEYLIGENSTAEDT
Wohnort: Brensbach
Kontaktdaten:

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von jockel » Mittwoch 19. November 2014, 23:19

Hallo Hartmut,
gerne komme ich deiner Bitte nach.
Was die BG vorschreibt kann uns privaten wurscht sein, dennoch kommen deren Vorschriften für Profis nicht von ungefähr, meist als Reaktion auf viele Unfälle!
Zum Thema schleifen:
Es gab schon mehr als genug Tote und noch viel mehr Schwerverletzte durch Scheifscheibenexplosionen, ja genau Expolsion, nicht anders kann man sie beschreiben.

Ich war Zeuge einer solchen Explosion, zum Glück aus sicherer Entfernung. Mein Vorarbeiter mit über 40 Jahren Berufserfahrung ist an der Flachschleifmaschine (alle teile sind fest eingespannt, die Maschine verfährt automatisch - also kein Handbetrieb!) eine Scheibe im warsten Sinne der Worte um die Ohren geflogen. Er hatte riesiges Glück ihm ist bis auf einen Schock nichts schweres passiert weil er in diesem Moment an einer Entmagnetisiermaschine im Schleifraum am Arbeiten war, die Maschine steht um die Ecke, dort wurde extra aus dem Gefahrengrund eine kleine Trennwand installiert.
Ich habe nach dem Unfall die Schleifscheibensplitter in den Wänden unterhalb der Schleifscheibenachse gesehen, und das obwohl die Schleifscheibe zu mehr als der Hälfte (obere Häflte) in einem sicheren Stahlgehäuse lief. Wäre die Scheibe ohne Gehäuse betrieben worden hätte die Trennwand nicht gehalten.

Wie eine sichere Schleifmaschine für den Handschliff auszusehen hat seht ihr auf dem Bild, aufgenommen in meiner Werkstatt vor einigen Jahren.
Die Plexiglasscheiben sind bei mir aktuell nicht mehr montiert da ich NIE ohne Schutzbrille schleife.

Allzeit Unfallfreies Arbeiten, das gelingt am leichtesten wenn man die Gefahrenquellen minimiert.

Gruß Jockel
P.S. Der Vergleich zum Unfall beim Skifahren macht mich sprachlos bzw. geht gar nicht!!!
PPS Die 2 Toten im Spanplattenwerk sind 2 zu viel, das "NUR" ist eine absolute Frechheit gegenüber den Angehörigen der Opfer!
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Benutzeravatar
Drechselfieber
Admin
Beiträge: 8799
Registriert: Donnerstag 29. September 2011, 10:33
Drechselbank: Geiger G25
Wohnort: Hamm

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von Drechselfieber » Donnerstag 20. November 2014, 08:21

Hallo Jockel,

Danke für die schnelle Info.

Hallo Reinhardt,

es geht in diesem Fall nicht um mich, um dich oder um unsere ehemaligen Arbeitgeber.
Es geht um die Inhalte des Forums und da wünsche ich mir, das nichts ungesagt bleibt, was
dem Leser hilft. Wie schnell ist etwas ab geschaut, was zum Risiko werden kann.

Ich habe auch noch einen Schleifer von meinem Schwiegervater, bei dem die Abdeckung fehlt.
Weisst du, was ich heute machen werde?

Jetzt noch allgemein:

Fritz schleift nur mit schmalen Scheiben. Ist das ein Risiko für den Ungeübten?
Vielleicht kann jemand zu Vor- oder Nachteilen beim den Scheibenbreiten schreiben.
Gruss Hartmut

Nimmst du jemand mit auf deinen Weg, schau nicht auf den Reiter, sondern auf sein Pferd. Wenn dich der Reiter verlässt, kannst du das Pferd noch gebrauchen. (Buschläuferweisheit/Alaska)

Benutzeravatar
Zimmermann
Beiträge: 244
Registriert: Freitag 23. November 2012, 15:36
Zur Person: x
Drechselbank: Kreher/Kity
Wohnort: Bünde

Re: ohne Wasser die Drechseleisen schärfen

Beitrag von Zimmermann » Donnerstag 20. November 2014, 10:32

Hallo, ich Drechsel ja noch nicht so lange und hab auch nicht die grosse Ahnung vom schärfen. Aber ich hab seit ca.2 Jahren eine CBN Scheibe und natürlich auch noch die Edelkorundscheibe auf der Maschine. Die Edelkorund benutze ich seitdem sehr selten, hauptsächlich aus dem grund das die CBN immer Plan ist und nicht abgerichtet werden muss. Zudem wierd CBN nicht heiss und die haltbarkeit der Scheibe ist ca. 4-5 mal so lange. (Laut Schulte und Hersteller)
Jeder muss ja so schärfen wie er es für richtig hält ob Nass Trocken schnell oder langsam breit oder schmal, aber ich steh voll auf CBN.
Wenn einer schlechte Erfahrungen mit CBN gemacht hat schreibt es würde mich interessieren. :danke:
Gruß Stefan aus Bünde

Vollkommen ist was sich nicht mehr reduzieren lässt.

Leo Lübke

Antworten

Zurück zu „Schärfen und Schleifen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste