Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querholz?

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SteffenGlue
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Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querholz?

Beitrag von SteffenGlue » Sonntag 10. Januar 2016, 20:18

Hallo zusammen,

bevor ich mit meiner Frage loslege, möchte ich mich kurz vorstellen - weil das hier meine erste Nachricht in diesem Forum ist.
Ich bin Mitte Dreißig und drechsle seit einem guten Jahr. Begonnen habe ich mit einer alten umgebauten Metalldrehmaschine - seit Oktober letzten Jahres habe ich eine 'richtige' Drechselbank. Seit einem dreiviertel Jahr mache ich kleinere Schalen und letztes Wochenende habe ich mein erstes Werkzeug selbst gemacht: ein Oland-Tool.

Zu meiner Frage: Über meine Suche zu weiteren Informationen zum Oland-Tool bin ich auf den Bedan gestoßen. Und darüber dann zum Stichel. Mit letzterem kann man wohl Lang- und Querholz bearbeiten. Beim Bedan bin ich mir nicht sicher - einen großen Unterschied zum Oland kann ich aber nicht entdecken...

Daher: Woher erkennt man, ob ein Eisen ausschließlich für Langholz und/oder Querholz verwendet werden "darf". Ich vermute, Anschliffwinkel, Länge und Stabilität des Erls spielen eine Rolle - was noch?
Und wie schaut's mit dem Bedan aus.


gespan(n)te Grüße
Steffen

jockel
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von jockel » Sonntag 10. Januar 2016, 23:02

Hi,
deine Frage läuft unvermeidlich darauf hinaus zu verstehen wie Holz aufgebaut ist (Faserstruktur), denn daraus folgt wie man es sicher Schneiden kann.
Ob das Werkzeug nun einen kleinen oder einen großen Keilwinkel besitzt ist nachrangig.

Beispiel Haken:
Heute wird pauschal gelehrt: Haken nur in Hirnholz. Das ist in so weit richtig als dass es für den "Laien" die sichertste Anwendung ist.
Jahrhunderte bis-tausende wurde der Haken in unseren Gefilden auch für Längsholz eingesetzt. Ein gewisser, zugegebenermaßen schon etwas älterer, Herr aus dem Taunus zeigt heute noch in teils akrobatischer Haltug wie man mit einem Haken auch Längsholz scheiden kann - gell Peter.

Das gleiche gilt übrigens für die englische (tiefe) Schruppröhre.
Allgemein wird diese nur für Längsholz benutzt! Doch gibt es auch hier einige wie einen kunterbunten Saarländer und gewisse Eidgenossen welche sich wissentlich darüber hinwegsetzen und beste Ergebnisse erzielen.

Die Liste lässt sich weiter führen, am Ende bleibt das Eingangs erwähnte Wissen über den Holzaufbau und der Kausalität bei Schneidrichtungen.
Gruß Jockel

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Erick
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von Erick » Montag 11. Januar 2016, 08:25

Hallo
Ein Bedan, auf deutsch Plattenstahl, ist ein für mich fast unendbehrliches Werkzeug !
In Langholz benutze ich den Bedan um z. B. genau passende Zapfen für Verbindungen herzustellen.
Wenn in Querholz genaue winklige Bohrungen eingebracht werden sollen, geht das bestens mit diesem Werkzeug.
Mein Bedan ist ein Eigenbauwerkzeug, habe einen 8 X 8 mm ( Querschnitt ) und ca. 15 cm langen HSS Stahl gleichschenklig angeschliffen und mit einem Griff versehen.
Es gibt Drechsler, die mit dem Bedan wie mit einem Meißel umgehen können.
E. M.

Peter G
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von Peter G » Montag 11. Januar 2016, 10:13

Moin Jockel,

du schnöseliger Jungspund musst lernen, dass ein in Würde erreichtes Alter von läppischen 72 Jahren kein Zustand ist, den die Gesellschaft zugegebenermaßen akzeptieren muss. Alter ist wie Jugend wertfrei - aber nicht wertlos. Dieser Satz in deinem mal wieder nützlichen Beitrag ist der Anlass für meine Bemerkung:

"Ein gewisser, zugegebenermaßen schon etwas älterer, Herr aus dem Taunus zeigt heute noch in teils akrobatischer Haltung wie man mit einem Haken auch Längsholz scheiden kann - gell Peter."

Seid gegrüßt schreibt
Peter Gwiasda

Nikel
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von Nikel » Montag 11. Januar 2016, 10:16

Hi,
ich oute mich mal als Ignorant: Was ist ein Oland-Tool? Im IN gabs keine eindeutige Antwort, da werden haken- oder schaberförmige Teile gezeigt.
LG
Peter

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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von GErd HErmann » Montag 11. Januar 2016, 15:01

Mir wird vorgeworfen, meine Postings wären beleidigend, aggressiv, zynisch, verletzend.
Gott sei Dank. Ich hatte schon „langweilig“ befürchtet.

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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von Helmut-P » Montag 11. Januar 2016, 17:12

Hallo,

nachdem ich vom Oland-Tool bis dato auch nix gehört hatte musste google mal ran :-).

Unter http://aroundthewoods.com/turningbowls/bowlvideos.html wird in mehreren Viedeos gezeigt, wie man damit arbeiten kann. Anscheinend macht der damit (fast) alles.

Freundliche Grüße aus dem verregneten Untertaunus ins BLAUE
Helmut

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SteffenGlue
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von SteffenGlue » Montag 11. Januar 2016, 17:50

Hallo,

nach der Anleitung auf aroundthewoods habe ich meins gebaut...

Jetzt sieht der Oland für mich wie ein Bedan mit abgerundeten Ecken aus. Und wenn der Bedan wie ein Meisel verwendet wird und ein Meisel ausschließlich für Langholz (Ok, ich vereinfache) - warum ist das Oland-Tool auch im Querholz einsetzbar? ;-)


schöne Grüße
Steffen

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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von Drachenspan » Montag 11. Januar 2016, 23:45

Hallo Steffen
zum Bedan gugst Du hier:
http://www.drechselnundmehr.eu/cutecast ... y=&others=
Den kann man auch wie einen meissel benutzen, aber vorsichtig sein!
Bitte bitte Nicht im Querholz einsetzen


Oland tool
Das tool ist doch nur ein Schaber mit eingesetzter HSS spitze, für arbeiten im Hirnholz für Hohlgefäße okay
Das kann man im Querholz einsetzen, aber die bessere Oberfläche erzielt man mit einer Schalenröhre.

Gruß
drachenspan
Stefan

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SteffenGlue
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Re: Bedan, Oland, Stichel - oder: Wann ist's was fürs Querho

Beitrag von SteffenGlue » Dienstag 12. Januar 2016, 06:37

Guten Morgen Stefan,

danke für die klaren Worte zum Bedan. :-)

Beim Oland-Tool möchte ich aber widersprechen: es ist keine Form des Schabers, sondern wird als Schneider eingesetzt. Dazu steht auf http://aroundthewoods.com/oland.shtml:
I have also ground the end of the shaft back to give a bit more clearance for the cuts. The tip is ground to about 45 degrees and is usually more rounded than I have it here. I like the point and a slightly longer edge to the tip. This is a cutting tool and meant to be used with the bevel rubbing.
Mit dem Oland-Tool habe ich - für meine Verhältnisse - gute Oberflächen hinbekommen. Ich würde sogar sagen, dass sie den Oberflächen, die ich von einer Schalenröhre bekomme, in "nichts" nachstehen.
Da ich keinen Schaber habe, kann ich hier keine Vergleiche anstellen...


schöne Grüße
Steffen

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