Schalenstecher, Sinn oder Unding?

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Mephy
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Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Sonntag 17. November 2013, 10:26

Sicherlich ist schon mancher an ein wunderschönes und auch grosses Stück Holz gestossen, welches zu einer grossen Schale inspirierte. Nur die Inspiration alleine besteht aus circa 5-10% nutzbarem Schalen-Holz und der Rest ist leider Span-Abfall! Da kommt unweigerlich die Frage auf, wie man die 90-95% Abfall in Drechselkunst umsetzen könnte? Die Antwort wir als „Schalenstecher“ angepriesen. Schon mancher gab darum viel Geld für solch ein Ding aus, um es ein oder zwei Mal zu benutzen und war dann von den Unzulänglichkeiten so enttäuscht, dass er das Geld lieber für mehr Holz ausgegeben hätte! Ich selber habe die verschiedensten Schalenstecker ausprobiert und getestet. Generell kann man sagen, dass bis zu einem Schalendurchmesser von 20-25cm fast alle Fabrikate funktionieren; nur bis zu dieser Grösse macht die Investition keinen grossen Sinn! Geht es dann aber über die 25cm Durchmesser wird es bei den meisten Stechern bedenklich oder gefährlich und das speziell, je dichter und härter das zu verarbeitende Holz ist. Das entscheidende Kriterium bei den Grössen über 25cm ist die nicht gestützte Länge des Stecherarms der bei zu grosser freier Stechertiefe in Schwingung gerät und sich zuerst mit Rattern bis hin zum Blockieren bemerkbar macht. Genau da setzt die Lösung von OneWay „Easy-Core“ an. Der Stecherarm wird auch bei grosser Tiefe mit einem nachstellbaren Support unterstützt. Für mich ist dies die einzige funktionierende Schalenstecherlösung die bis zu einem Innendurchmesser von 44cm (plus Wandstärke ca. 50cm) wirklich funktioniert. Diese möchte ich kurz vorstellen, mit persönlichen Anpassungen und Montagehilfen. Zum ersten habe ich das „Easy-Core“ System mit Schnellspannhebeln ergänzt so dass kein zusätzliches Montagewerkzeug mehr notwendig ist. Zum zweiten habe ich mir Farbanschläge erstellt, damit ohne Messen das „Easy-Core“ System auf der Drechselbank montiert werden kann. Dies dokumentieren die nachfolgenden Bilder inklusive Resultate, (Ulmen Schalen, Aussendurchmesser 44cm, 33cm, 26cm und der Rest war mir zu wenig tief), am besten.
Ich hoffe damit manchem Schalenstecher-Zweifler zum richtigen persönlichen Entscheid zu helfen.


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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Herbert 10 » Sonntag 17. November 2013, 10:47

Danke für deinen Beitrag !

Sehr interessantes Teil .
Aber was kostet das Ding?

Hätte mir schon fast mal den Woodcut gekauft .

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Willi Lübbert » Sonntag 17. November 2013, 11:21

Hallo Mephy,

auch von mir ein Danke fürs zeigen.
Habe mir deine Bilder des öfteren angesehen, da mir einige Dinge nicht klar waren. Aber die Funktion und Auslegung der Einzelteile leuchtet mir ein. und finde ich gut.

Da aber zu Beginn des Stechvorgangs die Kräfte auf dem Stechmesser am größten sind, wäre aus meiner Sicht zu überlegen eine Stützsäule ohne Kragarm zu benutzen und erst nach Einstechen von ca. 50 -70mm die Stütze mit dem Arm einzusetzen. Wenn ich das richtig sehe muß man die Stütze sowieso nachführen.
Dies als Anregung für evt. Optimierungen.
Grüße vom Hellweg
Willi

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Mephy
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Sonntag 17. November 2013, 11:31

Hallo Willi,
Zu Deinem Verständnis: Der Schalenstecher ist schon vom Einstechen bei dem grössten Durchmesser geführt, da Du den Supportarm in jede Position bewegen kannst (mit Schnellspannhebel und ohne Werkzeug!). Dass dann der Supportarm in Abständen nachgeführt werden muss ist selbstverständlich, ist aber von der Holzart die Du verarbeitest und dem Messerschliff abhängig. Ich hoffe damit Deinen Einwand beantwortet zu haben.

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von *ben* » Sonntag 17. November 2013, 19:06

danke für diesen Beitrag!
lese solche ausführlichen berichte immer gerne.

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von vgruber24 » Mittwoch 27. November 2013, 10:49

hallo mephy,

zuerst mal vielen dank für deine ausführlichen erfahrungen über das easy core system von oneway.

kannst du mir sagen, wo du es bzogen hast?

vielen dank und schöne grüße

volker

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Heinz-Josef » Mittwoch 27. November 2013, 11:06

Hallo Mephy,

auch ich danke Dir für Deinen Bericht.

Ich habe nun schon einige Beiträge über ähnliche Gerätschaften gelesen und bin im Zwiespalt.
Einerseits denke ich, dass diese Erfindung durchaus Sinn macht, wenn man das größtmögliche aus einer Bohle rausholen möchte.
Andererseits läßt der Schalenstecher für die eigene, kreative Gestaltung von Innen- und Außenform keinen Platz.
Außerdem -Du hast es selbst erwähnt- traue ich diesen Dingern nicht weiter als ich sie werfen kann.

Trotzdem: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Soll halt jeder für sich entscheiden.

Deine Schalen finde ich wunderschön.
Werde mir trotzdem keinen Stecher kaufen.

Gruß
Heinz-Josef
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von kruni » Samstag 30. November 2013, 09:37

Servus Mephy

Nun wenn ichs richtig verstanden habe brauche ich bei meiner Heyligen mit 30cm SPZ das 24" basisset und die ganzen messersets , oder ?

Ich habe das Kelton binn aber manchmal auf Kriegsfuß damit :heul: hab schon ein Paar klingen verbogen + den aufnahmezapfen ...... :sauer:

das währen dann so ca 900 eur :heul: :heul: :heul:
Gruß Daniel

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von kerouer » Samstag 30. November 2013, 10:33

Hallo,

Daniel,

Den Kelton musst man erst domptieren, dann geht es ganz gut.
Wie hast Du die Klingen verbogen?.

Grüße

Pascal

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Erick
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Erick » Samstag 30. November 2013, 11:10

Hallo Mephy
Mich interesssiert es auch was der Stecher so wie Du ihn hast kostet.
Ich glaube das es sich bei diesem Schalenstecher um den besten handelt der zu bekommen ist.
Seit vielen Jahren benutze ich den von Woodcut, ja er hat seine Grenzen, ich bin aber zufrieden mit dem Gerät.
Es hat sich schon längst für mich bezahlt gemacht, hatte den Schalenstecher auch schon ab und zu an Freunde ausgeliehen.
Fazit, die Anschaffung eines , Schalenretters , hat also seinen Sinn !
Erick

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Mephy
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Samstag 30. November 2013, 16:55

Geschätzte Forum's-Kollegen,
Wie ich ja in meinem Beitrag geschrieben habe, "Sinn oder Unding" lohnt sich solch ein Schalenstecher nur für jemand, der grosse Schalen aus teuren Hölzern herstellt, denn der Spanabfall ist bei jeder Schale mit enthalten. Und bevor man Geld für eine Billig-Lösung ausgibt, lohnt es sich die Investition gut zu überdenken. Sämtliche Informationen über das EasyCore System findet Ihr auf der OneWay Europa Seite: http://www.onewayeuropa.com/coring/large_coring.htm Auf dieser Seite findet Ihr alle Eure Antworten auf Eure Fragen. (Leider ist die Seite nur in Englischer Sprache vorhanden, was aber trotzdem verständlich sein sollte). Die Schneidesets sind für die verschiedenen Spindelhöhen die selben, nur die Drehhülsen für den Schalenstecher wie für den Schalenstecher-Support sind Spindelhöhen abhängig. Das 16 inch Base Set eignet sich für eine Spindelhöhe von 200 mm, das 20 inch Base Set für eine Spindelhöhe von 250 mm und das 24 inch Base Set für eine Spindelhöhe von 300 mm. Die exakte Spindelhöheneinstellung erfolgt über die Tiefeneinstellschrauben am Schalenstecher sowie am Schalenstecher-Support. Somit kostet ein komplettes Schalenstecherset, egal auf welche der drei verschieden Spindelhöhen, 870 Euro. Nicht billig; dafür aber qualitativ sehr gut!
Ich hoffe damit all Eure Fragen beantwortet zu haben.

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Erick » Samstag 30. November 2013, 17:21

.......... danke !

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kruni
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von kruni » Samstag 30. November 2013, 18:04

Servus Daniel

Das hat mir sehr geholfen Danke !

Ich werd mir einen zu Weihnachten schenken :prost
Gruß Daniel

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Fritz-RS
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Fritz-RS » Samstag 30. November 2013, 19:17

Beim letzten "Tag der offenen Tür" in Legden habe ich das Teil bei einem Vorführer im Einsatz gesehen.
Das Werkzeug arbeitete beneidenswert tadellos.
Aber auch hier ist der Nachteil zu bemängeln, daß das Werkzeug nur für Radien vorgesehen ist, der die Einsteckauflagen entsprechen.
Und es ist damit ein sehr aufwendiger Werkzeugsatz, abgestimmt auf die div. Durchmesser erforderlich.
Mich hat besonders die Schneidspitze beeindruckt, die durch ihre Mittelspitze eine gute Führung bewirkt.

Gruß Fritz
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von kruni » Samstag 30. November 2013, 21:40

Servus zusammen

Ich hab da noch was gefunden im Internet

http://www.youtube.com/watch?v=HchvzwjbieU

http://www.youtube.com/watch?v=B2ctXWQAAZk

http://www.youtube.com/watch?v=gc54TFUJj7w

Falls mann es nicht einstellen darf bitte löschen

@ Pascal keine Ahnung :heul: :heul:
Gruß Daniel

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Sonntag 1. Dezember 2013, 18:57

Ein Danke an Kruni und Fritz!

Die von Kruni eingestellten Video Links (man sollte sich die Zeit nehmen und sie auch bis zum bitteren Ende sehen), dokumentieren genau das, was ich in meinem Beitrag geschrieben habe:
„Generell kann man sagen, dass bis zu einem Schalendurchmesser von 20-25cm fast alle Fabrikate funktionieren; nur bis zu dieser Grösse macht die Investition keinen grossen Sinn! Geht es dann aber über die 25cm Durchmesser wird es bei den meisten Stechern bedenklich oder gefährlich und das speziell, je dichter und härter das zu verarbeitende Holz ist. Das entscheidende Kriterium bei den Grössen über 25cm ist die nicht gestützte Länge des Stecherarms der bei zu grosser freier Stechertiefe in Schwingung gerät und sich zuerst mit Rattern bis hin zum Blockieren bemerkbar macht“
Exakt das Schneidemesser von EasyCore, wie von Fritz erwähnt, schafft mehr Freiraum zur Wegführung der Späne, auch wenn der Schalenstecher mal herausgezogen werden muss, um Luft zu schaffen.

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Verloren gegangene Bilder

Beitrag von Mephy » Sonntag 27. September 2015, 17:59

Geschätzte Forums-Kollegen,
Ich wurde mehrmals angefragt, wohin die Fotos zu meinem Beitrag entschwunden sind. Dies ist laut Informationen auf ein Server-Problem zurück zu führen und kann nur damit behoben werden, wenn die Fotos nochmals eingestellt werden, was ich hiermit auch mache. Ich möchte nichts "Altes" aufwärmen aber den "Neuen" zur Bildinformation verhelfen.

Gruss Mephy
1 Grundausstattung Schalenstecher.jpg
2 Angepasste Montageplatte.jpg
3 Schalenstecher auf Supportarm.jpg
4 Schalenstecher geführt auf Supportarm.jpg
5 Von innen nach aussen gestochen.jpg
6 120kg wertvolles Ulmenhoz.jpg
7 Ulemenschale ausgestochen 44cm.jpg
8 Ulemschalen aus einem Stück 44cm. 33cm, 26cm Aussendurchmesser.jpg
9 Aus eins mach 3.jpg
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Drechselfieber » Sonntag 27. September 2015, 20:46

Eine kleine Verbeugung und ein Dankeschön für deine Mühe.
Gruss Hartmut

Nimmst du jemand mit auf deinen Weg, schau nicht auf den Reiter, sondern auf sein Pferd. (Buschläuferweisheit/Alaska)--- Wer mit sich selber in Frieden lebt, der kommt nicht in Versuchung , anderen den Krieg zu erklären. (Ernst Festl)

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Helle » Montag 28. September 2015, 07:56

Hallo Mephy,

auch von meiner Seite aus vielen Dank für die Auffrischung und auch das ausführliche Zeigen der Vorgehensweise des Schalenstechers von der Firma ONEWAY. Die Bilder erklären sehr schön Details von dem durchaus genialen System. Mag's du vielleicht auch noch etwas dazu sagen warum du die farbigen Schablonen einsetzt und ob es durchaus andere Tiefen ergibt, wenn man die Abstände verändert. Mir hast du es ja schon damals per Mail direkt erklärt - aber ich finde, es würde den Bericht noch etwas vervollständigen. DANKE ...

Es wäre wünschenswert, das Andere deinem Beispiel folgen und somit in der ruhigeren Herbstzeit die doch so wertvollen Berichte wieder reaktiviert werden. Ein Serverabsturz ist halt etwas, das man nur mit viel Aufwand abwenden kann - und schließlich ist die Betreung des System "Ehrenhalber". Auch deshalb mal Dank von meiner Seite aus an den / die tatkräftigen selbstlosen Macher im Hintergrund.

Viele Grüße aus der Kurpfalz bei Heidelberg, der HELLE

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Montag 28. September 2015, 19:44

Auflösung des Farb-Rätsels

1. Beim Schalenstechen ist bei den Überlegungen immer von der „Grössten“ Schale aus zu gehen, so dass die Schalendicke in etwa einem Zoll oder 25mm entspricht. Dafür verantwortlich ist der Montagplattenabstand zum Spannfutter.
2. Da ich immer das selbe Vierbackenfutter, aber immer mit den jeweilig angepassten Backen verwende, ist der Schalenboden immer im selben Abstand zum Spindelstockgehäuse.
3. Wenn ich nun vier Schalen ausstecken will, gehe ich vom grössten Schalenstecher aus, der farblich „Rot“ markiert ist. Dazu verwende ich meine „Rot“ markierte Holzlehre, die ich am Spindelstock anschlage und danach die Montageplatte ausrichte. (So ist auch klar auf dem zweiten Bild der Schalenstecherabstand zu den Spannbacken ersichtlich, was der Bodenstärke der grössten Schale entspricht). Es ist also auf die grösste Schale einzustellen, auch wenn man im Arbeitsprozess mit dem Ausstechen der kleinsten Schale beginnt.
4. Lässt das Holzwerkstück nur drei Schalen zu, beginnt man mit „Grün“, bei zwei Schalen mit „Blau“ und wenn’s nur eine sein soll mit „Schwarz“
5. Die Farbcodierung ist für die Abstandslehre zum Spindelstock, dem Schalenstecher sowie dem Supportarm zusammengefasst.

Ich hoffe damit für alle verständlich das Farbrätsel gelüftet zu haben

Und noch was: Für alle die der irrigen Meinung sind, man könne nur „Halbkugelförmige“ Schalen mit dem EasyCore strechen: Stimmt NICHT!
Wer etwas Übung mit dem Schalenstecher gesammelt hat, kann auch den Drehpunkt des Schalenstechers über das Bankzentrum hinaus verschieben und kreiert somit seine ganz eigenen Formen, dies aber mit einer gewissen Vorsicht und Erfahrung!

Lieber Helle, ich hoffe Deinem Wunsch nachgekommen zu sein :prost:

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Im Früjahr 2015 kam die zweite Oskar Pensel dazu...;-)
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von schwede » Samstag 9. April 2016, 20:27

Servus Daniel,
servus miteinander,

vielen Dank an Daniel für den ausführlichen Beitrag!
Ich habe aber totzdem noch eine Frage dazu.
Bei der ersten und größten Schale stellst du den Abstand mit dem Abstandsbrett ein.
Somit legst du ja die Stärke vom Boden fest und ebenso breit wird wohl auch der Schalenrand gewählt werden beim Aussstechen, oder?
Aber was ist mit den nächsten Schalen?
Bleibt der Abstand zum Spindelstock gleich?
Die Aufnahmeplatte fürs Messer muß ja wohl meistens in der Breite auf die nächste Schale angepasst werden...
Aber wie ergibt sich dann die Bodenstärke?

Ich hoffe ich konnte meine Frage klar genug erklären....
Schöne Grüße aus der Oberpfalz!

Schwede-> Markus

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von Mephy » Samstag 9. April 2016, 22:18

Hallo Markus,
Lese nochmals meinen Nachtrag "Auflösung des Farbrätsels". Dies sollte dann Deine Frage beantworten. Mit der Abstandslehre zum grössten Schalenstecher den Du für Deinen Rohling wählst sicherst Du Dir genügend Bodenstärke für die grösste Schale. Mit dieser Einstellung arbeitest Du für alle Stecherradien, den die Bodenstärke von Schale zu Schale ergibt sich aus den verschiedenen Stechersets. Gestartet mit dem Schalenstechen wird aber immer mit dem kleinsten Stecherset, von Schaelndurchmesser zum nächst grösseren Schalendurchmesser. Rand, respektive Schalendicke was auch zugleich Bodenstärke ist sind somit gegeben.
Ich hoffe somit Licht ins Dunkel gebracht zu haben

Mephy
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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von schwede » Sonntag 10. April 2016, 12:56

Servus Daniel,


vielen Dank für deine Antwort!

Ich kann also nur bei der größten Schale die Wandstärke beeinflußen, oder?
Wenn ich die Grundplattform so einstelle, dass mein größtes Messer z.B. 40mm Luft zum Futter hat,
bekomme ich eine "durchgehende" Wandstärke von 40mm, wenn die Außenform nicht total von der Kurve des Messers abweicht..?
Wechsle ich nun zum nächst kleinerem Messer für die nächste Schale, bekommt diese automatisch eine Bodenstärke von 25mm..?
Ich darf also den Rand auch nur 25mm breit aufzeichnen?
Schöne Grüße aus der Oberpfalz!

Schwede-> Markus

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Re: Schalenstecher, Sinn oder Unding?

Beitrag von schwede » Sonntag 10. April 2016, 18:30

Servus Daniel,

okay, vielen Dank ich glaube ich habs so halbwegs kapiert! ;-)

IMG_0336.JPG

Vielen herzlichen Dank für deine Pn und Bemühungen!! :danke:
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Schöne Grüße aus der Oberpfalz!

Schwede-> Markus

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